CHRONISCH GUT x Sebastian Eder

Shownotes

Wie fühlt sich eine Depression an und wie lässt sich darüber sprechen, ohne sie zu verharmlosen oder zu dramatisieren? ⁠Sebastian Eder⁠ ist Journalist bei der ⁠FAZ ⁠und hat öffentlich über seine Depression und seine Zeit in der Psychiatrie geschrieben. In dieser Folge sprechen wir darüber, weshalb persönliche Erfahrungsberichte helfen können, warum eine Depression weit mehr als Traurigkeit ist und welche Vorurteile gegenüber Psychiatrie und Medikamenten bis heute bestehen. Es geht um den Unterschied zwischen einer schlechten Phase und einer Erkrankung, um Leistungsdruck, falsche Ratschläge und die Angst, dass es nie wieder besser wird. Sebastian erzählt auch, was ihm in seinen depressiven Episoden geholfen hat und warum negative Gefühle ihren Raum haben dürfen. Ein persönliches und differenziertes Gespräch über psychische Erkrankungen, öffentliche Bilder und die Frage, wie gute Gesundheitskommunikation aussehen kann.

Hinweis: In dieser Folge sprechen wir offen über Depressionen, Angstzustände, Klinikaufenthalte und Medikamente.

⁠@chronisch.gut⁠ & ⁠@helene.anschuetz

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00:00:03: Willkommen bei chronisch gut, dem Podcast über das Leben mit chronischen Krankheiten.

00:00:08: Mit Helene Anschütz ihre Diagnose Morbus Bechtereff.

00:00:13: Euer warten inspirierende Geschichten

00:00:15: hilfreiche

00:00:16: Tipps und motivierende Gespräche.

00:00:36: Heute wieder ins Podcaststudio gezogen.

00:00:39: Bei wieder mal über dreißig Grad diese Staffel startet heiß wie ich sage.

00:00:45: Heute habe ich zu Gast einen ehemaligen Schulkameraden und Darmstädterfreund.

00:00:49: Sebastian Eder ist da.

00:00:51: Du bist Redakteur bei der FATS im Resort.

00:00:53: Gesellschaft und Stil, das gefällt mir immer total gut wenn ich das lese.

00:00:57: Ich will auch so ein Titel haben Gesellschaft und stil oder Krankheit mit Stil nehmen mich in meinem Fall!

00:01:04: Und wir wollen heute bisschen über das Thema.

00:01:07: wie sprechen wir über Depressionen?

00:01:10: sagt sozusagen die journalistische Öffentlichkeit zu dieser Thematik.

00:01:14: Du hast einen Artikel geschrieben, mit dem Titel wie es sich anfühlt in der Psychiatrie zu sein.

00:01:20: Ein sehr spannendes Thema weil du sozusagen die Situation dort beobachtest aber dich beobachtet auch in deiner Situation in der es dir nicht gut ging und du Hilfe gesucht hast und deswegen freue ich mich besonders dass du heute bei mir bist.

00:01:35: Vielen Dank für die Einladung.

00:01:36: hallo Helene!

00:01:38: Ja also wir Wir steigen gleich mal so rein, du hast dich dafür entschieden öffentlich über deine Depression zu schreiben.

00:01:44: Also das finde ich erstmal habe ich da für diesen Respekt und bedanke mich auch immer.

00:01:49: Ich sage auch immer dass als damals Thorsten Streter und Kurt Krömer zusammen in ihrer Sendung gesessen haben und darüber öffentlich wirksam gesprochen haben wie es sich mit einer Depression anfühlt.

00:01:59: Haben wir ein monumentaler TV Moment glaube ich für ganz viele Menschen Sichtbarkeit und die Salonfähigkeit dieses Themas.

00:02:09: Was war denn bei dir der Moment, als du wusstest ich möchte diese Geschichte erzählen?

00:02:15: Bei mir war es einfach so dass mir während der Krankheit eigentlich am meisten geholfen hat wenn ich irgendwelche betroffenen Berichte entweder gelesen oder gehört oder gesehen habe.

00:02:26: Also in der Klinik geht es ja dann auch ganz viel um Austausch mit anderen Patienten, denen man dann einerseits in englischen Therapiegruppen hat.

00:02:32: Aber eben auch wenn man zusammen auf dem Zimmer ist oder abends zusammensitzt und das war immer das heilsamste für mich dass man halt sieht okay es geht anderen Leuten auch so die machen irgendwie das gleiche durch obwohl sie aus ganz anderem Situation kommen.

00:02:47: Und ich habe halt wirklich immer nach Texten gesucht, weil ich halt auch selber schreibe und versuch zu verstehen was ist bei mir los?

00:02:55: Und was kann man machen usw.

00:02:57: Ich fand es einfach immer sehr heilsam diese Texte zu lesen wo Leute bestimmen haben wie das in der Gang ist.

00:03:03: gar nicht unbedingt was um jetzt geholfen hat.

00:03:04: aber einfach so.

00:03:05: dieses Gefühl ist nicht alleine und deswegen habe ich dann gedacht dann macht's in der Hinsicht halt auch Sinn selbst aufzuschreiben mit dem Gedanken dass halt jemand anderes während der Situation ist das dann auch lesen kann auch bemerkt, dass es jetzt nichts komplett Ungewöhnliches ist.

00:03:20: Sondern dass es viele Leute gibt, die das betrifft – auch wenn sich's in dem Moment halt so anfühlt als wäre es irgendwie das Schlimmste was es gibt und trifft einen nur selbst und keiner kann einverstehen.

00:03:31: aber in Wirklichkeit machen ja sehr viele Menschen das tödlich im Laufe ihres Lebens.

00:03:37: Und hattest du da aber auch vorher so ein bisschen Sorge, dich in Anführungszeichen zu outen?

00:03:43: Hattest Du da Angst vor den Reaktionen?

00:03:44: Vielleicht innerhalb der Redaktion, ob es für Dich einen Vorurteil des behafteten Moment gibt im Sinne von Aha!

00:03:53: Der jetzt auch.

00:03:54: Hattest du das Gefühl, es könnte unangenehm werden?

00:03:57: War das eher so, dass du sagst, nee mach ich's mir scheißegal?

00:04:00: Die Sache ist ja... Ich bin an der Redakktion monatelange rausgefallen weil ich krank war.

00:04:04: Insofern hat das jetzt niemanden überrascht Und ich hatte jetzt auch nicht mehr das Gefühl, dass das so ist.

00:04:11: Dass man da irgendwie groß verurteilt wird.

00:04:15: Das ist eher ein Thema was sehr viele Leute mittlerweile in den sozialen Medien drüber berichten und so weiter.

00:04:21: Also ich glaube gerade Depression braucht ich diese Sorge nicht mehr haben wobei ich sagen muss es ich halt auch schon ziemlich fest im Job stand.

00:04:32: Es ist natürlich noch mal eine andere Situation wenn man jetzt irgendwie am Anfang des Berufslebens steht oder noch gar nicht in der, äh, noch gar keinen Job hat.

00:04:41: Und dann damit an die Öffentlichkeit geht und dann der Arbeitgeber eben sieht ein neuer potenzieller Okay, der hat diese Krankheit, der kann irgendwie möglicherweise ausfallen.

00:04:51: und das was ich dann überlegt und man den einstellt ist natürlich nochmal etwas anderes.

00:04:55: Aber wenn man also so wie es jetzt bei mir war dass sich da irgendwie umdurchfristet angestellt war mein Arbeitgebert wusste was los war weil ich halt wenn ich lange ausgefallen bin wegen der Krankheit, dann war das für mich nicht so ein krasser Schritt.

00:05:07: Mein Umfeld wusste es auch und ist natürlich schon noch mal persönliche Sachen zu beschreiben.

00:05:11: Das ist natürlich immer ein bisschen komisches Gefühl.

00:05:15: aber man wird jetzt ja dann nicht schreibt, feindet einen danach nicht mehr an, sondern im Gegenteil.

00:05:19: das Feedback ist normalerweise sehr positiv.

00:05:23: umso wahrst du auch bei mir.

00:05:24: Ist jetzt nicht dass da eine negative Sache danach kam?

00:05:30: Ja, ich denke daher auch immer also... wenn dann einer wirklich mal was Negatives sagen will, soll der halt rumpoltern.

00:05:36: Und das muss man auch irgendwie in Artflugszeichen wieder von sich wegschieben und sagen ja gut ist ein Idiot!

00:05:42: Also ich meine wir wissen alles gibt die Heikos und Björns und die Bots keine Ahnung da draußen in den Kommentarspalten, die sich wieder dann irgendwie zu höherem aufschwingen und irgendwelchen Schwachsinn kommentieren.

00:05:54: Die gibt es immer und damit muss man glaube ich dann umgehen.

00:05:57: aber wie du sagst... Mittlerweile ja so, dass man das Gefühl hat es wird eigentlich eher ein Anführungszeichen fast schon belohnt wenn jemand der nicht sozusagen ins Raster fällt.

00:06:07: Darüber spricht und seinen Mund aufmacht und sagt wir müssen aber darüber reden also immer.

00:06:12: auch schon damals Robert Enkel gutes Beispiel ne?

00:06:15: Also wo man irgendwie sagt so aus dem Fußball heraus oder Leistungssport war der Fußball gar nicht

00:06:21: mehr.

00:06:22: Das hat ja damals auch schon viel bewegt und ich glaube, dass es total wichtig ist das man an der Stelle unterschiedliche Typie hat die darüber sprechen damit sich eben so viele Menschen wie möglich damit auch gemeint fühlen.

00:06:34: Und wie du gerade sagst dieses Gefühl von nicht alleine sein mit dieser Situation und natürlich ist man in an der tiefsten Stelle einer depressiven Episode gefühlt alleine.

00:06:46: aber das was du erzählst passt ja genau zu diesem Podcast.

00:06:49: hier möchte mich mit Betroffenen austauschen.

00:06:53: Weil genau das auch mein Gefühl war, als ich das erste Mal im Reha saß mit anderen Räuber-Patienten, dass sich das Gefühl hatte, ich muss mich überhaupt nicht erklären!

00:07:01: Das erste mal muss ich jemandem nicht erklären was ein Schub ist und was ein Crash ist.

00:07:05: Was der Spritzentag bedeutet, dass in einer Runde von Menschen, die ich in meinem Leben sonst wahrscheinlich nie kennengelernt hätte... Dass ich mit denen abends bei Gummibärchen Tee in einer hässlichen Nr.

00:07:15: Aufenthalts-Raum in so ner Reaklinik saß und mich isse nicht wohl und eben nicht mehr alleine gefühlt habe, und daraus ist ja diese Idee hier für diesen Podcast entstanden.

00:07:24: weil ich gemerkt hab es gibt ganz viel Bedarf dass man Stimmen von anderen hört die sich zu verschiedenen Diagnosen, zu verschiedenen Krankheitsbildern irgendwie austauschen Und auch immer wieder feststellen es gibt immer noch nicht genug sozusagen weil du gerade sagst Hier nochmal ein Artikel und da einen Text lesen.

00:07:41: Es fehlt immer noch, finde ich an diesen guten Austauschplattformen wo man sagt ja da finde ich jetzt was.

00:07:48: damit kann ich mich jetzt identifizieren.

00:07:51: also ich habe das Gefühl da ist noch ganz viel Arbeit notwendig.

00:07:53: Bei der Depression ist es ja wirklich, dann glaube ich zumindest bei mir noch ein bisschen anders gewesen als bei dir wo du sagst.

00:07:59: Du hast halt da tausende Sachen, wo dich selbst sehr gut kennst und was du machen musst und lernst jetzt zum ersten Mal.

00:08:05: andere Leute kennen denen das auch so geht.

00:08:07: Aber bei mir war's eher dann so dass ich überhaupt nicht verstanden habe was mit mir los war, weil ich halt auch irgendwie sehr wenig darüber wusste oder auch irgendwie eine falsche Vorstellung davon hatte.

00:08:17: Auch vielleicht eher so negative, negatives Bild von nach dem Motto Schwäche zeigt, wenn man sowas hat oder was auch immer.

00:08:26: Also ich einfach überhaupt nicht wusste, was das ist und dass er es dadurch verstanden habe, dass sich dann mit anderen darüber geredet haben oder in der Klinik eben wirklich darüber aufgeklärt wurde.

00:08:36: Das ist ja ein Therapiepunkt.

00:08:39: Ich glaube Psycho-Education heißt das.

00:08:41: In der Kline gewesen damals, wo dann erklärt wurde okay, was ist los?

00:08:45: Warum ist das so?

00:08:46: Wie viele Leute haben das?

00:08:47: Man versteht erst mal, was man eigentlich hat.

00:08:51: Und der zweite Gedanke, den ich eben noch hatte war dass es bei Depressionen zwar so akzeptiert ist aber es gibt ja auch ganz viele andere psychische Erkrankungen wo das überhaupt nicht so ist.

00:09:01: Also dass jetzt jemand auf Instagram irgendwie erzählt, dass er eine paranoide Schizophrenie hat Und dann damit Likes ohne Ende einsammelt, habe ich jetzt noch nicht gesehen.

00:09:11: Das heißt bei ganz vielen anderen Krankheiten gibt es natürlich dieses Tabu noch und das trifft ja auch Leute die jetzt sich das nicht ausgesucht haben oder die jetzt irgendwie einfach schlechte Menschen sind, sondern auch einfach Krankheiten, die über Leute kommen.

00:09:22: Deswegen, ich glaube, bei Depressionen hat das mit der Interessierung gut geklappt aber es gibt natürlich auch noch ganz viele andere Bereiche wo das überhaupt nicht bisher geklappt hat.

00:09:32: Ja, das ist ein glaub ich ganz wichtiger Punkt also dass da auch innerhalb dieser Bubble noch mal ein Ranking stattfindet.

00:09:39: Das erleben wir auf verschiedenen Ebenen, dass die Leute sagen ja also ein Brustkrebs ist was Schlimmeres als ein Rheuma wo mir sogar eine Brust Krebspatientin sagt naja ich bin jetzt in Remission und ich bin gesund Ich habe meine Therapien hinter mir.

00:09:54: das war alles grauenhaft und furchtbar.

00:09:56: natürlich hat es auf andere Weise mein Leben bedroht aber Eine Rheumapatientin kann damit ihr ganzes Leben sehr, sehr viel eingeschränkter sein als jemand der den Brustkrebs überstanden hat.

00:10:09: Ich würde auch immer sagen okay also Brust Krebs finde ich krasser als Rheuma weil wie gesagt ich sterbe an dem Rheumer nicht.

00:10:14: aber das ist immer so ein bisschen die Frage der Perspektive.

00:10:18: und genau da wie du sagst es gibt trotzdem immer noch ganz viele Tabuisierung Stigmatisierung.

00:10:23: also ob wir jetzt über Essstörungen reden Ob wir jetzt über verschiedene Formen der Angststörungen sprechen, da wird auch immer so ein bisschen dieses... Also gerade wieder Thema gewesen vor Kurzem in einem Artikel.

00:10:35: Über zum Beispiel diese Bipolan-Störung die über manische Episoden auftauchen, die man haben kann wenn man irgendwie jung ist dann ist das jahrelang total gut therapiert, dann muss man das aber wieder anpassen und dass die Leute sehr wenig drüber wissen, was nicht unbedingt damit zu tun hat.

00:10:53: Dass die Menschen, die das haben müssen nicht immer automatisch aktiv werden.

00:10:58: also ich sage auch immer ein... Also nicht jeder der eine Krankheit hat muss jetzt auf Instagram sich einen pinkishirt anziehen und da irgendwie rumtanzen während er sich ne Spritze gibt so wie ich.

00:11:06: Das muss niemand tun.

00:11:07: aber wir brauchen irgendwie diese Themen genau wie du es dann gemacht hast in ernst zu nehmen den seriösen Zeitungen im Internet sodass wir nicht irgendwie wieder Schintluder um die Ohren gehauen bekommen clickbait gedönst, so in Anführungszeichen damit irgendwie alles schön sich eschofiert und das alles hochgekocht wird sondern irgendwie seriöse Berichterstattung darüber.

00:11:28: Und da ist wirklich tatsächlich noch ganz viel.

00:11:31: ja da liegt noch viel Arbeit vor uns und ich sage mal diese Vorurteils behafteten Situationen die man so erlebt liegen ja in der Regel nicht daran dass die Menschen das nicht wissen wollen.

00:11:42: Es gibt einfach zu wenig Aufklärungen.

00:11:44: Das liegt gar nicht daran.

00:11:45: Heinz und Gerda, die mir jetzt irgendwie gegenüberstehen und sagen du bist doch viel zu jung fürs Römer!

00:11:50: Und du siehst gar nicht krank aus.

00:11:52: Sag ich nicht ihr seid Idioten sondern das Bild einer Räumapazientin habe ich gestern gesagt im Podcast ist halt Brigitte mit sixty-seven die einen Rundrücken hat.

00:12:02: dass es juveniles Römern gibt.

00:12:03: wo Menschen diese Diagnose kleine Kinder mit zwei drei Jahren bekommen wissen die wenigsten Menschen wusste ich auch ganz lange nicht.

00:12:09: wenn du nicht betroffen bist Warum musst du dich darüber informieren?

00:12:13: Und deswegen ist es wichtig, dass wir Figuren kommen wieder darauf zurück wie Streeter und Kohhaben die dem Ganzen ein anderes Gesicht geben.

00:12:21: Man denkt ach die sind auch noch sonst so lustig!

00:12:24: Ach guck mal!

00:12:26: Also dieses ganz klassische Dieses Vorurteil

00:12:30: Ja, aber stell dir mal vor jemand geht zu seinem Arbeitgeber und sagt ich habe eine paranoide Schizophrenie.

00:12:34: Ich fahre jetzt mal für drei Monate aus weil ich einen psychotischen Schub hab.

00:12:37: Das ist ja auch ne Krankheit.

00:12:38: Aber also das sozusagen nur in Bezug auf dass es mutig ist öffentlich zu machen.

00:12:44: Also das ist dann halt wirklich krass wenn du sowas öffentlich machen musst und du musst ja dann auch da irgendwie mit deinem Arbeitgebert umgehen wenn du so was hast.

00:12:53: Und da fehlt es natürlich einfach tatsächlich noch, dass die Menschen sich auch in dem Moment natürlich zu Recht Sorgen machen.

00:12:59: Was bedeutet das für mich und meinen Job?

00:13:00: Was bedeutet, wie neben den Menschen mich war wenn ich so was erzähle?

00:13:05: Ich merke das ja bei mir selber.

00:13:07: also ich habe immer mehr.

00:13:08: jetzt durch diese Arbeit öffnen sich Menschen mir, auch die schon lange kennen und erzählen mir und sagen ach guck mal du machst das jetzt!

00:13:15: Ich wollte dir übrigens erzählen, ich hab das und ich beobachte mich jetzt selber.

00:13:19: Ich bin mittlerweile, glaube ich, ein bisschen geschulter.

00:13:21: Einfach durch diese vielen Gespräche die ich jetzt geführt habe in den letzten drei oder vier Jahren.

00:13:25: aber ich merke trotzdem dann dass sich aus diesem Gespräch rausgehe und denke ach die

00:13:29: auch

00:13:29: hätte ich gar nicht gedacht!

00:13:31: Und das ist das Sitz halt noch so in uns und sogar ich die wie gesagt hier alles betreibt tappe mich dabei.

00:13:38: Ich mag's nicht immer wieder dieses, da muss das narrativ verändert werden.

00:13:40: Aber es ist so!

00:13:41: Ich glaube dass genau das was du tust und was ich hier tu in kleinen Puzzleteilen dazu führt, dass sich vielleicht für unsere Enkelkinder irgendwann besser anfühlt über diese Dinge zu sprechen.

00:13:53: Und dass es kein Stigma ist und kein Zeichen von Schwäche ne?

00:13:55: Weil das ist ja ganz oft, dass in unserer Leistungsgesellschaft wir müssen funktionieren Wir werden daran gemessen wie viel Arbeit wir leisten und wie schnell und in welcher Zeit.

00:14:06: Da passt natürlich so ein... So ein Ausfall, du hast es erzählt.

00:14:09: Ein paar Monate konntest du nicht arbeiten?

00:14:12: Der fass natürlich da eigentlich nicht rein!

00:14:14: Was glaubst Du denn ist sozusagen das was bei jetzt gerade beim Thema Depressionen... ...was wird denn aus Deiner Sicht am häufigsten missverstanden?

00:14:22: Gibt's ja auch so Vorurteilsbilder.

00:14:25: wie würdest du die beschreiben?

00:14:28: Ich glaube einfach dass es halt wirklich eine Krankheit ist.

00:14:31: Ich merke das immer oder habe das letztes Jahr oder vorletztes Jahr also gemerkt.

00:14:35: als ich dann quasi auf dieser einen Episode so ein bisschen raus war hatte ich so eine richtige Angst vor dem Herbst, weil es im Herbst bei mir so schlimm war in den ein oder zwei Jahren.

00:14:48: Und hatte das dann irgendwie auch damit verknüpft?

00:14:53: Damals gab's noch Corona-Lockdowns und so, dann fand ich den Herbst immer noch mal schrecklicher, aber das dann wieder losging auch.

00:14:58: Das ist ja auch irgendwie total kontraproduktiv wenn du an Depressionen leidest und eigentlich raus sollst mit Leuten reden musst und so.

00:15:05: Das hat halt auch richtig schlimm gewesen.

00:15:09: Und dann hatte ich aber irgendwann wieder so ein Herz, von dem ich schnell auch so Sorgen gemacht habe und hab mir irgendwann im Laufe des Herbstes gedacht.

00:15:15: Okay, woher hat es jetzt eigentlich Angst?

00:15:16: Es ist halt ein bisschen dunkleres Regennummer ab und zu, aber trotzdem konnte die Sonne raus.

00:15:20: Wenn man gesund ist, dann ist der Herbst nicht so irgendwie was, wo man sich durchkämpfen muss als Mütz ums Leben gehen.

00:15:29: Aber so fühlt sich das an während der Depression.

00:15:34: Das hat mir noch mal gezeigt, dass du einfach wirklich krank bist in dem Moment Sachen machen, die das lindern und die dazu beitragen, dass du da irgendwie durch die Tage kommst oder so.

00:15:45: Aber in erster Linie bist du einfach krank ne?

00:15:47: Und musst halt daran arbeiten oder darauf hoffen, dass Du irgendwann wieder gesund schwörst was Du in der Regel ja wirst bei so den sieben Episoden.

00:15:56: aber Das ist so.

00:15:58: das was mir auch nochmal klar geworden ist eher jetzt sowohl ich jetzt in so einer gesunden Phase Wo man das dann nochmal deutlicher sieht und wo man eben auch die Unterschiede erkennt zwischen diesen... Man ist ja in einer gesunden Phase mal schlecht auf oder niedergeschlagen, oder schläft schlecht.

00:16:15: Aber es ist irgendwie trotz allem noch was ganz anderes als wenn sich diese existenzielle hat.

00:16:22: Ich hatte da in dem Artikel einen Autor beschrieben, der eine schwere Depression hat.

00:16:26: Und der hat so beschrieben dass das ein Schmerz ist den man einfach nicht mehr aushalten kann.

00:16:32: irgendwann so eine Depression.

00:16:34: Wahrscheinlich gibt es halt immer noch dieses Vorteil, ich glaube das ist schon besser geworden.

00:16:37: Aber so mal ist halt traurig und so.

00:16:39: Das ist einfach echt ein Überlebenskampf.

00:16:41: Und das unterschätzen wahrscheinlich viele schon immer noch.

00:16:45: Ja, das beschreibt ja auch Krömer in seinem Buch ganz gut dass es sozusagen auch immer wieder diesen überprüfenden Moment gibt für... Es ist ein normaler Dienstagnachmittag Die Sonne scheint und es läuft eigentlich alles ganz gut.

00:16:59: Und alles fühlt sich enger an, und alles wird plötzlich gefühlt zur Bedrohung und er weiß gar nicht genau warum das jetzt so ist weil's eigentlich offenkundig also für Außenstehende gar keinen Grund gibt jetzt wie du es gerade beschrieben hast traurig zu sein.

00:17:14: Das finde ich eben immer so wichtig dass weil natürlich immer dieser Bullshit-Bingo schwachsinn ja steh mal auf geh mal in die frische Luft muss halt mal guckt dir mal eine romantische Komödie an oder was weiß ich damit es dir irgendwie besser geht, wo du immer denkst, vielen Dank auch fürs Gespräch.

00:17:30: Aber ehrlich gesagt ist es genau das sind Sachen die man in der Klinik macht?

00:17:33: Du gehst dann raus

00:17:34: und spazierst.

00:17:36: Das finde ich dann was anderes wenn dir das jetzt qualifiziertes Personal sagt als wenn's dir irgendwie weiß ich nicht Sabine vom Büro von zwei Türen weiter sagt und sagt ach ich weiss gar nicht was du hast, sag mal bis sie lustig sein.

00:17:49: Und das ist das was mich ja immer so an dieser Sache ich glaube auch aus journalistischer Sicht interessiert ist sozusagen dieses Gefühl, was keiner wirklich beschreiben kann und was man glaube ich auch wirklich nicht.

00:18:02: Also dass man nur erahnen kann weil man eben selbst wenn man nicht betroffen ist da keinen Einblick hat und das wir immer aber trotzdem versuchen müssen darüber zu sprechen um genau das zu transportieren bei.

00:18:12: nur so ändern wir sozusagen das Bild davon.

00:18:16: Ich finde auch immer das Thema, was die Medikation betrifft zum Beispiel.

00:18:19: Auch immer noch so ein ganz merkfügiges Ding ist... Also ich meine jetzt nicht dass man wie in Amerika der überall deine Tabletten irgendwie im Drugstore kaufst und in die Opioid-Krisen

00:18:30: usw.,

00:18:30: was wir da alles erlebt haben in den letzten Jahren wo diese Dinge anders verfügbar sind als in Deutschland und trotzdem hast du ja immer wieder das Gefühl, dass es Menschen gibt absolut es ablehnen, dass man mit Antidepressiva behandelt wird.

00:18:44: Die sich das nicht vorstellen können, dass es vielleicht auch nur ein chemisches Ungleichgewicht ist was man durch eine Tablette auch über langfristige Therapie wieder in den Griff bekommt.

00:18:55: und da habe ich schon immer das Gefühl so die nimmt jetzt antidepressiv war und soll die das jetzt den Rest ihres Lebens nehmen?

00:19:01: Also anderes Beispiel.

00:19:03: Ich nehme jetzt Osempic, diese Spritze für mich ist das gerade ein Supertherapie-Weg einen ganzen metabolischen Haushalt so bisschen in Griff zu kriegen was theoretische Erkrankungen betrifft.

00:19:12: mir geht es damit tatsächlich sehr gut und ich frage jetzt immer alle ganz besorgt musst du das jetzt für immer spritzen wo ich sage wir sind noch nicht aber erst mal wird es so aussehen dass sich das jetzt mal so zwei drei Jahre so spritze.

00:19:23: davor habe ich das Biologikum auch alle zwei Wochen das spritzig seit sechs Jahren.

00:19:28: ich höre auch damit erstmal nicht auf als meine Lebensqualität krass gesteigert hat Und da siehst du auch immer noch so eine komische Tabuisierung.

00:19:35: Oh mein Gott, jemand nimmt Antidepressiva?

00:19:37: Ja!

00:19:38: Warum

00:19:38: nicht?!

00:19:39: Ja und ich finde das geht ja sogar noch ins andere Extrem.

00:19:43: Das war ja auch bei mir ein Punkt, warum mich auch so Angst am Anfang davor hatte auch die Psychiatrie zu gehen wo ich dann war irgendwie zwei drei Monate weil ich wirklich dieses Bild davon hatte okay da sind irgendwelche Leute die wollen wir eigentlich was Schlechtes und die geben mir irgendwelchen Medikamente um mich ruhigzustellen noch schlechter als vorher und ich bin nicht mehr ich und so.

00:20:06: Und ich hab ja dann eigentlich auch die Erfahrungen, was ich mir da hingang.

00:20:08: Da sind natürlich Leute, die dir in erster Linie erst mal helfen wollen.

00:20:12: Auch die Medikamente haben das Ziel, wo du mir das dann auch erklärt, nicht aus dir einen anderen Menschen zu machen, sondern dich wieder zu dem Menschen zu tun, wer du bist und diese Krankheit eben zu entfernen.

00:20:23: Natürlich gibt es dann auch historisch ganz schlimme Beispiele, wo das komplett misstraucht worden ist noch Vorgänge, die dann nicht gut sind.

00:20:36: Aber in der Regel ist es ja auch in diesen Kliniken so, dass sie genau versuchen dich einzustellen.

00:20:41: Oft geht das im Psychiatrien auch gerade darum, dich von bestimmten Medikamenten wegzubekommen.

00:20:46: Es gibt ja diese Beruhigungsmittel, Tavor, das habe ich damals auch genommen.

00:20:50: Das hilft dir halt an dem einen Tag perfekt.

00:20:53: wirklich, wenn's hier so schlecht geht?

00:20:54: Du wärst krass davon abhängig und die Leute kamen da... Teilweise also die meisten irgendwie auf sieben, acht Tabor am Tag oder so da rein und dann geht es erst mal darum wiederum davon zu entwöhnen.

00:21:04: Und deswegen finde ich's auch dann umso abstruser Das ist in der Öffentlichkeit oder finde ich auch so jetzt im Umfeld hier was den Darmstadt mitbekomme.

00:21:16: Wenn dann sagen wir mal einen bestimmten zehn wo auch sehr viel einfach so Partytro konsumiert werden Und dann gibt's irgendwie in einem großen Freundeskreis zwei, drei die irgendwann abkacken und dann ist immer immer die Erzählung.

00:21:29: Ja der war irgendwann ... hat ja irgendwelche Medikamente bekommen in der Klinik und seitdem geht es halt schlecht für mich.

00:21:33: Ich weiß jetzt nicht ob das jetzt woher das liegt sondern vielleicht ist auch das andere Konsumverhalten eher ein Problem und da wurde versucht zu helfen.

00:21:43: aber das heißt schon ganz oft diese Erzählungen Und damit meinst du diese Verteufel der Psychiatrie.

00:21:49: Das war für mich wirklich eine Erkenntnis, als ich dann da drin war zu merken okay das sind hier Leute die hier arbeiten und machen es auch aus Leidenschaft.

00:21:59: Also jetzt vielleicht nicht jeder aber zum großen Teil und deren Ziel ist es hier den Leuten zu helfen und denen auch dazu beizutragen dass sie irgendwann wieder raus können, dass die wieder ganz normal am Leben teilnehmen.

00:22:11: und ich hatte wirklich irgendwie dieses Bild Du bist in der Psychiatrie und die wollen dich da wegsperren.

00:22:15: Und du kommst nicht mehr raus, ne?

00:22:17: So ganz abstuße Vorstellungen waren wahrscheinlich verbunden mit dieser Angststörung.

00:22:22: aber wie du sagst also natürlich gibt es auch zu viele Medikamente und gibt's da auch Nebenwirkungen und manchmal wird's verschieben weil's die Leute, obwohl sie gar nicht heuchten oder so.

00:22:36: Aber ich hab jetzt nie das Gefühl gehabt dass jetzt Ärzte die sich damit auskennen.

00:22:41: Also zum Beispiel Hausärzte ist was anderes, da wird ihr dann gerne erst mal in die Dose Tavor in die Hand gedrückt und sagt ja, nehmen Sie halt immer zum Einschlafen immer eine Tavor.

00:22:50: Das ist halt das Bescheid, was du machen kannst eigentlich.

00:22:52: aber wenn du wirklich zu Profis gehst, dann wissen sie... ...was wie wirkt?

00:22:57: Die wissen auch um die begrenzte Wirkung.

00:22:59: also ich fand es auch bei mir haben Antidepressiva zum Beispiel relativ meiner Wahrnehmung ziemlich wenig geholfen Und ich hatte auch ne ganz andere.

00:23:07: Du nimmst es und dann bist du happy oder so.

00:23:10: Erst mal dauert es, bis sie wirken.

00:23:12: Und das Zweite ist so wie ich das jetzt danach dann auch recherchiert habe bei fünfzig Prozent der Leuten hilft es einfach nicht und es gibt da kein Wundermittel gegen.

00:23:20: in der Regel geht's einfach darum auch durch diese Zeit durchzukommen und irgendwann wirds besser und Medikamente können helfen.

00:23:26: manche helfen sich sehr gut.

00:23:28: Es kann auch sowas wie Tavor trotzdem mal wichtig sein um dich aus einer ganz akuten Situation raus zu kriegen.

00:23:34: Deswegen auch diesen Medikament ihre Berechtigung.

00:23:37: aber wenn das verantwortungsvoll genutzt wird und so hatte ich jetzt, so waren meine Erfahrungen in den Kliniken.

00:23:44: Dann ist das nichts was ich jetzt irgendwie total verteufeln würde.

00:23:48: Nee also das ist wichtig glaube ich.

00:23:50: Also vor allem das was du da eben nochmal differenzierst natürlich erstmal jeder Patient oder Patient ja auch immer individuell.

00:23:56: Das heißt jedes Krankheitsbild kann wird anders angegangen, wird anders therapiert und natürlich gibt es die wo es nicht gut funktioniert.

00:24:04: Und wo man das Gefühl hat, okay wir haben jetzt schon Höchstdosis versucht und es führt nicht zu dem Ziel.

00:24:11: Es gibt viele die brauchen eine kleine Dosierung und über ihr ganzes Leben verteilt und sind damit gut und stabil sind sich der Situation trotzdem gewusst und gewahr.

00:24:23: natürlich also alle diese Dinge haben Nebenwirkungen.

00:24:26: Also das ist das.

00:24:27: mit meinem Biologikum war klar, ich habe innerhalb von drei Jahren irgendwie über zehn Kilo zugenommen.

00:24:33: Trotzdem hat mein ganzes Leben was das Räumer betrifft sich irrsinnig verbessert.

00:24:39: Von acht Räumerschüben in der Winterzeit bei mir ist ja auch immer ab Oktober wird alles dunkel und grau und bin unbeweglicher und es geht mir schlechter hatte ich acht Schübe jetzt hab ich höchstens zwei pro Winter.

00:24:51: Das is ne krasse Verbesserung.

00:24:53: Und natürlich muss man bevor man sinnlos irgendwas eisig rein ballert immer gut überlegen und das natürlich eben mit den richtigen Fachärztinnen irgendwie besprechen lassen, also einfach sich behandeln und beraten lassen.

00:25:08: Nur auch da wieder es geht wirklich... Also ich versuche es mir immer so fortzustellen.

00:25:12: meine eine Tochter hat Neugodamitis Das ist an vielen Tagen in Ordnung dann hat die.

00:25:18: aber jetzt zum Beispiel komischerweise nach dem Sommerurlaub wurde es schlimmer.

00:25:23: So Hitze vielleicht war's auch des Wasser vom Gardasee War vielleicht nicht so passend.

00:25:27: Dann gibt es sozusagen Notfall planmäßig bei uns eine Cortisoncreme.

00:25:33: Die hilft im Akutfall, das ist keine die man langfristig anwendet weil einfach das Cortison kann den ganzen Körper auf ein Verstehen in anderen Stellen angreifen.

00:25:43: Nieren, Infosysofizienz... Nein, nein, nein!

00:25:45: So trotzdem ist es ein Akut der akut Mittelvorgang für uns, sozusagen wenn die in der Blüte dieser Krankheit steht.

00:25:54: Und das ist das wo ich dann immer noch den Moment einfach den krassen Unterschied merke zwischen einer körperlichen Erkrankung und einer psychischen dass man das Gefühl hat naja die Psyche jetzt gleich mit Notfall akut, ob das Tavor ist.

00:26:07: Ob das Lorazepam ist oder diese Dinge die dann im notfall angewendet werden da haben die leute immer noch ein Vorurteil oder an vielen Stellen Das wird immer noch so stigmatisiert.

00:26:18: ja Ja dass es sehr nur die psychische der geht man eine runde spazieren.

00:26:21: nein Es kann auch dafür Situationen geben wo man sagt Da hilft diese Pille.

00:26:26: Wenn jemand Bluthochdruck hat oder einen Vorwurf flimmern, wird auch ein Medikament gegeben und da sind wir noch nicht das sozusagen die psychologische Erkrankung auf derselben wie der körperlichen steht.

00:26:38: Und das ist auch immer ein bisschen das was wir mit dem Thema Adipositas haben.

00:26:42: ganz viele Menschen sagen ja, das ist eine Frage von Disziplin und Sport?

00:26:45: Nein es gibt Menschen ab einem adipösen BMI.

00:26:51: jetzt mittlerweile wird es anerkannt dass es eine Erkrankung ist so Und die muss behandelt werden.

00:26:57: So weit sind wir leider noch nicht, dass das sozusagen die psychische Erkrankung auf derselben steht für die körperliche?

00:27:04: Ja vielleicht aber so hat da schon auch was damit zu tun, dass es halt eben auch lange missbraucht wurde von der Psychiatriereform, dass einfach wirklich Leute da irgendwo weggesperrt und stillgestellt wurden.

00:27:14: also ich glaube das ist schon daher auch dieses Skepsis rührt, aber trotz einem stimmt sich das alles vollkommen auszusatzen.

00:27:19: Vor allem ist auch da wieder, glaube ich, was wir gelernt haben über Literatur und Filme.

00:27:23: Also das da halt auch... Das ist ja auch so etwas womit ich mich viel befasse, dass es auch wenig gute... Klar gibt natürlich dann die Filme einer Flugge übers Kuckucksnest oder Zeit des Erwachens wo sie dann irgendwie plötzlich alle mit dem richtigen Medikament mal für ein paar Tage ganz lichte Momente haben sind keine schlechten Filme.

00:27:42: aber natürlich verzerren Sie unser Bild auf genau das.

00:27:46: Wir kommen aus derselben Stadt.

00:27:48: Also hieß auch früher immer, der war ein Gottlaube, wir wissen was das heißt.

00:27:52: Diese Witzchen gab es in meiner Jugend und Kindheit immer.

00:27:56: Und damit sind wir groß geworden.

00:27:58: Das heißt aber einfach dass wir jetzt da vielleicht eben diese Dinge nicht mehr wiederholen... Ich sag's jetzt schon wieder, das Narrativ verändern ist sozusagen damit den Blickwinkel.

00:28:08: Es sind ganz viele Prozesse die im Gang sind wo man das Gefühl hat sie sind irgendwie gut für unsere Nachkommen Also immer dieses Gefühl von Schwäche, ein Mann der über Depressionen sprecht auf.

00:28:22: Wo ich immer noch so denke das bleibt auch in meinem Kopf die wie gesagt schon sehr aufgeräumt ist.

00:28:29: an vielen Stellen merkt man einfach... Man ist so geprägt von diesem Bild und da würde ich mir einfach wünschen dass es normaler wird und das will's ja schon.

00:28:38: empfindest du auch oder?

00:28:41: Ja, auf jeden Fall.

00:28:42: Ich mein teilweise geht es ja schon das andere extrem.

00:28:45: ich glaube jetzt auch Das was ich gesagt habe dass ist halt wirklich eine krankheit ist heißt ja auch dass Jetzt nicht jeder anfangen muss bei sich zu suchen Was könnte denn bei mir nicht stimmen und hab ich vielleicht nicht auch irgendwas und soll ich mich vielleicht auch mal in terapie müsste nicht?

00:29:00: gibt's ja auch Popkast wo dazu auch gerufen wird so wie es Wird gut wenn jeder mal eine therapie macht eigentlich was bestimmt schön ist für jeden.

00:29:09: Aber ich meine, Therapie, die von der Krankenkasse bezahlt wird, ist ja für kranke.

00:29:12: Dafür ist es sehr gedacht und deswegen finde ich's schon wichtig auch diese Trennung zu machen.

00:29:16: so Ja das is ne Krankheit und da kann jemand nichts dafür.

00:29:19: aber es muss jetzt auch nicht jeder irgendwie gezielt danach suchen wo hab' ich hier vielleicht eine Sache, die mich ganz perfekt ist?

00:29:28: Und ist das jetzt schon eine Krankheit oder nicht?

00:29:32: Das wäre dann wieder das andere Extrem aus glaube ich auch teilweise zu beobachten ist.

00:29:38: Deswegen, es ist eine Krankheit und wenn man krank ist dann muss man auch zur Therapie usw.

00:29:44: bekommen.

00:29:44: aber das muss jetzt nicht jeder jede Stimmungsschwankung oder was auch immer sofort als krank einordnen und das ist für mich auch Teil der Ausklärung.

00:29:56: eigentlich

00:29:58: Ja, das ist glaube ich ein wichtiger Punkt weil es jetzt auch wieder ein bisschen salopp zu formulieren.

00:30:01: Man hatte so eine Zeit langes Gefühl dass es jetzt irgendwie so einen Trend ist und dass es gerade ganz schön ist.

00:30:07: Jeder zweite mit dreißiger Promi hat dann irgendwo Instagram-Kanal erzählt.

00:30:14: Ich leide Depressionen, ich gehe jetzt mal zum Therapeuten.

00:30:17: Und dieser Wunsch in unserer Millennialbubble ist natürlich auch so, dass man oft denkt eigentlich haben wir alle eine Therapie nötig gefühlt sind alle beziehungsunfähig und wollen sich nicht spinnen.

00:30:31: Andererseits denkt dann immer so, also ein gewisses Bewusstsein dafür zu haben ist schön aber wie du sagst dann wieder Therapieplätze zu blockieren nur weil ich jetzt vielleicht eine kleine Midlife Crisis habe und ich weiß ja ich hab es fünf Jahre diesen Job gemacht?

00:30:43: und soll ich heiraten?

00:30:44: soll ich noch ein zweites oder noch ein drittes Kind bekommen?

00:30:47: Ist jetzt vielleicht nicht unbedingt ne Anlass um irgendwie zur Therapeuten zu gehen!

00:30:50: Die einkaufen sich einen Ben die nächsten Hund.

00:30:53: was hat sie in der Pandemie?

00:30:55: Motorrad

00:30:56: Motorrad.

00:30:57: Liebträgermaschine?

00:30:59: Genau, das ist auch noch gut!

00:31:03: Wie heißen sie dann immer?

00:31:04: Klangschalen, Yoga und Zilft?

00:31:05: also bitte ne?

00:31:07: Und merke das ja auch sozusagen an dieser Gen-Z Generation die nochmal in einem anderen Überfluss leben als wir und dass wir schon halt mit sehr vielen Reizen zu tun haben und die alle richtig zu verarbeiten, das Aussage hier die multiplen Krisen, die zwar jetzt nicht direkt bei uns vor der Tür in Mainz oder in Darmstadt passieren.

00:31:30: Die uns aber natürlich betreffen da ist halt einfach wirklich es ist bestimmt jetzt anders für sich zu sein als mein Großvater war und andere Belastungen und anderer Wettbewerb Und ich glaube das ist schon auch das Thema was unsere Generation besonders betrifft alles zur Verfügung haben, aber dadurch halt auch alles können müssen und zu allem irgendwie funktionieren müssen.

00:31:55: Und zu allem auch immer eine Haltung haben müssen.

00:31:57: also das stresst mich ja immer so wo ich manchmal denke ich fände es total cool wenn man sich mal kurz zurücklehnt und einfach mal sagt Ich habe dazu gerade noch keine Meinung und vielleicht auch gar nicht.

00:32:07: Es geht ja eigentlich gar nicht ne?

00:32:08: Also wenn du das machst da bist du ja sofort wieder.

00:32:10: oh hier lehne total haltungslos.

00:32:12: und also ich werde so oft gefragt warum ich nicht mehr politisch engagiere wo ich immer sage Ich finde, ich mach genug.

00:32:19: Das schaffe ich jetzt nicht auch noch!

00:32:23: Und das beschreibt schon diesen Zustand ganz gut in dem sich einige in unserem Alter hier zu befinden.

00:32:29: und warum dann manche Dinge so schwerwiegen und trotzdem wichtig dahin zurückzukommen.

00:32:35: Was ist eine Krankheit?

00:32:37: Und was muss wirklich therapiert werden?

00:32:39: durch Therapie oder Medikamentöse-Therapie um da ein bisschen... unterscheiden zu können.

00:32:48: Wie war das denn bei dir?

00:32:49: Aber wie hat sich das denn geäußert, so dass du gespürt hast... Hier stimmt was ganz und gar nicht!

00:32:56: Also du warst vorhin so kurz angeteasert, dass du spürtest, es geht dir nicht gut und du kannst nicht mehr funktionieren.

00:33:04: aber gibt's da noch ein bisschen etwas wo du vielleicht ohne zu privat zu werden uns noch so ein bisschen erzählen kannst was deine ersten Alarmsignale waren?

00:33:14: Ich habe einfach nicht mehr funktioniert.

00:33:17: Es hat angefangen, damit ich einen Teenitus bekommen habe.

00:33:21: Ich war am Ende meiner Ausbildung als Journalist des Volontariates und hatte diesen Teenitus entwickelt und bin dann in einer Redaktion gekommen nach dem Volontariat.

00:33:32: Da wurde ich übernommen und bin in eine Stunde Redaktionen gekommen.

00:33:35: Und da hatte sich bei mir am Anfang dieser Teenitus entwickelt und dann war ich da halt dauerhaft so.

00:33:40: Dann kam der auch gleich wieder irgendwie... Und dann habe ich mich da halt so reingesteigert, dass es das nächste dann war, dass ich nicht mehr schlafen konnte.

00:33:51: Also so gefühlt irgendwie gar nicht mehr.

00:33:54: Dann hat's irgendwann angefangen, dass sich so dauernd anlasslos angefangen hab zu weinen und genau, dann konnte ich halt nicht mehr arbeiten wenn irgendwann wirklich so regelmäßig so Nervenzusammenbrüche einfach hatte.

00:34:08: Und dann bin ich halt krankgeschrieben und zu Hause, hab dann irgendwie auch in meiner Familie, die haben mich da ganz toll unterstützt.

00:34:14: Dann meine Eltern haben mich mit nach Frankreich ein Urlaub genommen um zu schauen mal rauskommen, dass das irgendwie hilft und so hätte ja auch sein können, weil ich immer gern viel der Atlantik war surfen.

00:34:25: Das hat alles überhaupt nichts geholfen, da ging's mir genauso schlecht.

00:34:28: Da saß ich schon im Atlantikum abgeheult.

00:34:30: Es gibt eigentlich keine... Also was ist eigentlich das Problem?

00:34:35: Es gab irgendwie keine richtige rationale Ursache.

00:34:39: Auch dieser Tinnitus, es haben ja auch viele Leute einen Tinnitus.

00:34:43: Das habe ich jetzt im Nachhinein feststellt.

00:34:45: Es geht oft so um die Bewertung und bei sowas nicht schlafen.

00:34:48: Wenn ich eine Nacht nicht schlaf kann zum Beispiel wenn man kleine Kinder hat dann kommt das ziemlich häufig vor.

00:34:54: Man kann da entweder ordnet man das dann so ein, okay scheiße ich konnte nicht schlafen, jetzt bin ich heute müde und hoffe dass ich nächste Nacht schlafe oder so was halt bei mir.

00:35:03: Ich hab mich da so reingesteigert und dann so eine Angst entwickelt auch vor der nächsten Nacht, was ist wenn ich jetzt wieder nicht schlafen kann?

00:35:10: Und hatte dann ja auch die Vorstellung irgendwie das... Ja, weil ich auch so eine komische Vorstellung von psychischen Krankheiten hatte.

00:35:17: Wenn ich jetzt nicht schlage, dass ich dann irgendwann Warenvorstellungen kriege oder richtig krank werde, hat er auch so ne Panik davor irgendwie psychisch krank zu werden, rapelich.

00:35:29: Genau!

00:35:30: Dann habe ich mich da immer weiter reingesteigert.

00:35:32: Es ist halt einfach irgendwie klar war, so es funktioniert nicht mehr, mir konnte keiner helfen.

00:35:38: und dann bin ich da... Da war ich glaube ich einmal in der Notaufnahme hier, die sind ja einer recht entspannt, sondern wenn du also was heißt recht entspannend?

00:35:45: Die haben auch keinen Platz, wenn du keine Fremd-und Eigenbeferdung hast, dann tun sie dir auch da erstmal das Tabu an die Hand und schicken dich wieder nach Hause und sagen, entspannen sich, so schlimm ist das alles nicht.

00:35:53: Schön

00:35:54: hilft euch der Satz!

00:35:58: Na ja, gut.

00:35:58: Dann gehst du nach Hause und es wurde einfach nicht besser.

00:36:00: Und dann hab ich auch beim ersten Mal irgendwie noch so ein bisschen überfamiliare Kontakte ... ähm...dann doch diesen Plack so'n bisschen schneller bekommen!

00:36:08: Und dann haben die da eigentlich so'nen drittes Bett reingezischgeschoben in einen Zimmer wo schon zwei drin waren und dann war der drin und dann weiß er zwei drei Monate.

00:36:17: Da ging's dann halt wie ich vorhin erklärt habe erst mal darum zu verstehen okay was ist eigentlich los?

00:36:21: Was machen wir jetzt?

00:36:21: Und dann wurden verschiedene Medikamente ausprobiert.

00:36:26: Also was bei mir gut medikamentös funktioniert hat, war das Schlafen.

00:36:30: Das wurde relativ schnell in den Griff bekommen.

00:36:33: Wobei die schnellste Betriebe so viele schlafen hatten und so hat alles erst noch nicht geholfen.

00:36:37: aber dann so ein Medikament wo eigentlich nur die Nebenwirkung ist dass man auch müde wird, das hat bei mir total gut funktioniert mit dem ich dann aber auch bis zu zwanzig Kilogramm habe.

00:36:46: Aber trotzdem, wir gingen es dann, da war das Schlagen irgendwie wieder besser aber der Rest war nicht besser und es war einfach so ja dann langer Prozess da wieder rauszukommen und dann bin ich eben danach aus der, da war so ein Übergangsphase oder noch mal Tagesklinik.

00:37:02: Dann wieder einen Klieferum bei der Arbeit, das ist ja auch nicht so dass du dann von einem auf den anderen Tag wieder gesund bist, sondern du wirst noch die ganze Zeit in Hab Acht stellen, das Gefühl, oh Gott geht's wieder los!

00:37:10: Und also ganz ganz langer Prozess.

00:37:13: somit und es war halt auch das was ich dann so lernen musste oder was die auch mir immer wieder gesagt haben, so eine Nummer muss halt Geduld haben.

00:37:20: Es wird wieder besser werden aber es dauert so ne?

00:37:22: Es liegt auch keine Abkürzung.

00:37:24: Du kannst jetzt für heute die Abkürzung nehmen, Montarwauer nehmen.

00:37:27: Dann geht es dir heute gut aber dann geht's dir morgen noch schlechter.

00:37:30: und auch wenn du Medikamente nimmst... Darauf habe ich mich da halt auch so eingeschossen und dachte so okay jetzt sind die zwei Wochen um jetzt muss mir noch besser gehen und so nein das hilft mir auch nicht!

00:37:39: Das ist jetzt immer noch nicht perfekt oder keine Ahnung.

00:37:42: ja also einfach auch so Persönlichkeitsstrukturelle gründet sich eigentlich keine Geduld ne?

00:37:47: Ich wollte mal dass alles jetzt schnell wieder besser wird und das hat einfach nicht funktioniert.

00:37:51: Verstehe gar nicht warum man so denkt

00:37:53: Ja, stimmt.

00:37:53: Ja genau, wurde mir andererseits dann auch, weil ich dann auch mal so damit gehadert hab, da hat auch mal irgendein Teleportin gesagt naja auf der anderen Seite es ist ja auch was Gutes, ne?

00:38:01: Weil sie halt wirklich wieder ins Leben rein wollen und damit kämpfen und das bringt dann ja auch etwas.

00:38:07: aber andererseits ist so ein bisschen geduld halt auch nicht ganz verkehrt.

00:38:11: Ähm...ja.

00:38:12: So war die erst Episode.

00:38:14: Okay, verstehe Was würdest du denn sagen?

00:38:17: zurückblickend, weil wir haben vorhin im Eingangsgespräch das Thema Selbstwirksamkeit gehabt.

00:38:21: darüber wird hier gefühlt jedes Mal.

00:38:23: Ich sag immer, wir könnten ein gutes Trinkspiel machen in diesem Podcast.

00:38:26: nach zwei Folgen diesen Podcast und jedes mal wenn jemand Selbstwirksamkeit sagt ist man wahrscheinlich Sternhagel voll weil das immer wieder so ein Thema ist was ja für ganz viele Betroffene irgendwie so ein wichtiger Schlüssel ist.

00:38:38: Was war denn da bei dir?

00:38:39: Gibt es da Punkte wo du das gemerkt hast?

00:38:41: also genau an diesem Beispiel was die Therapeutin dann auch gesagt hat einerseits ist sehr gut dass sie ungeduldig sind und etwas wollen aber was habt ihr denn so geholfen?

00:38:50: jetzt mal fern davon ob jetzt Tabor oder nicht, sondern gibt's irgendwas wo du sagst das war für mich wichtig als Erkenntnis und das hat geholfen mit mir selber.

00:39:05: Das ist also Kleinigkeiten gaben die jetzt ganz schnell geholfnet waren eigentlich gar nichts.

00:39:08: weil mehr dann so diese langsame erkenntnis dass man halt sich auf einfach Schritt für Schritt denken muss, dass du jetzt nicht da denkst was könnte jetzt alles passieren und so weiter.

00:39:18: Dann musst du den Tag anschauen die nächste Sache planen.

00:39:21: Jetzt dich darauf konzentrierst dann eben doch spazieren zu gehen oder ein bisschen eine Sache zu tun, die dir gut tut und das man sich so daraus fokussiert und dann halt wirklich auch so... Ja ich meine es ist halt wie du sagst und du hast es ja auch so ein bisschen gesagt Dieser lächerlichen Tipps, die man dann kommt mit Dankbarkeits-Tagebuch und so weiter.

00:39:42: Am Endeffekt ist es eins zu eins.

00:39:43: das was du eigentlich in der Klinik lernst.

00:39:45: Dass du auch deinen Versuchen musst dein Gehirn wieder ein bisschen umzuprogrammieren, dass dir wirklich Liste macht mit positiven Sachen, dass sie dich eine halbe Stunde hinsetzen wirklich gezielt daran... daran denkst und gehst es dann so durch.

00:39:57: Einfach, dass du nicht dauernd auf diesen, haben wir einen Trampelfahrt gesagt?

00:40:01: Wenn du immer nur in diesen Sorgen drin bist, dann wird das immer tiefer und du kommst gar nicht mehr raus.

00:40:04: Du musst sozusagen neue Wege aktiv schaffen.

00:40:07: Und das ist dann schon was Schönes wenn du so lernst, okay ich kann daran arbeiten, ich kann Sachen machen aber es ist halt alles ein wahnsinnig langsamer Prozess.

00:40:18: Deswegen, dass dir jetzt wirklich diese Selbstwirksamkeit da spürst Da kann ich jetzt eigentlich nicht so sagen, sondern es ist wirklich ein langsames Unprogrammieren.

00:40:30: Und dann vielleicht schon genau dieser Erkenntnis gibt.

00:40:33: Sachen die man machen kann dir helfen und da muss man halt Schritt für Schritt daran arbeiten.

00:40:43: Ja das finde ich immer wichtig.

00:40:44: also weil ich bin ja auch wahnsinnig ungeduldig und find immer alles was nicht sofort irgendwie funkt.

00:40:50: wenn ich damit loslege bin ich immer wahnsinnigt enttäuscht so oder frustriert mit mir selber, dass ich immer so denke aber wieso hat das jetzt nicht geklappt?

00:40:59: und trotzdem ist liegt da ja was drin.

00:41:02: Also genau das was du beschreibst finde ich immer interessant war ja immer wie geht's auch da wieder Trends?

00:41:06: man soll irgendwie Journalen morgens um fünf und weiß ich nicht was und irgendwelche Dinge affimieren und ich bin da immer ein bisschen allergisch mit diesen ganzen Trendbegriffen.

00:41:16: Und trotzdem ist es was, was du gerade sagst so ein Dankbarkeits-Tagebuch oder einfach festzuhalten.

00:41:21: Was habe ich diese Woche geschafft?

00:41:23: Obwohl das und das und dass schwierig war...was war gut?

00:41:28: Ich zitiere immer so einen Film auch so eine romantische Komödie mit Bruce Willis und Michelle Pfeiffer die sich irgendwie trennen wollen und

00:41:35: die

00:41:36: Spoilerte trennen sich am Schluss natürlich nicht!

00:41:38: Und sie sitzen mit ihren Kindern zusammen und spielen immer abends dieses Hoch und Tief Spiel und jeder muss das Hoch- und das Tief vom Tag sagen.

00:41:48: Und wir haben das auch ganz lange bei uns in der Familie gemacht, mein Mann fand es immer ein bisschen albern weil's aus diesem schlechten Film war.

00:41:54: aber grundsätzlich ist das Prinzip total cool, weil es geht nicht dass du nur einen Tief nennst Das ist verboten Es muss auch eine kleine Sache sein.

00:42:03: und dann gab's auch manchmal Situationen was ich gesagt habe Ja und mein hoch ist dass wir jetzt hier zusammensitzen und Spaghetti Bolognese essen und wir uns darüber unterhalten So, und ich sage das auch ganz oft.

00:42:14: Es gibt ja diese Apps für verschiedene Erkrankungen wo du irgendwie Tracking machen kannst usw.

00:42:20: Und ich entwickle seit einem Jahr an einer rum und versuche ab die jetzt schon mehrfach gepitzt und brauche da einfach noch Geldgeber.

00:42:27: Kommt so einfach!

00:42:28: Aber ich will nämlich dass es eine App gibt in der all diesen Symptomen die man hat nicht bezogen auf eine Erkrankung sondern dass du theoretisch jede Erkrankung anwenden kannst, dass es dort auch die Positivverzeichnisse gibt weil... Wenn du Räume hast, wird dir immer gesagt und dann abgefragt.

00:42:43: Wo tut ihr jetzt was weh?

00:42:45: Und du kannst den Tag nur erfassen wenn du Schmerzen eingetragen hast.

00:42:49: aber vielleicht gibt es ja auch mal einen Tag wo man keine Schmerz hat.

00:42:51: deswegen möchte ich auch sozusagen die Gold der Woche haben dass man sagen kann Es gibt auch positive Dinge weil dieser Effekt hat.

00:43:00: also der wirkt sich aus das glaube ich definitiv.

00:43:03: Also ich finde nicht dass man es morgens um fünf Uhr machen muss.

00:43:06: Man kann es auch zu einer anderen Uhrzeit tun, glaube ich.

00:43:09: Aber das sind so Kleinigkeiten.

00:43:11: und also ich merke dass sich durch diese ganze Auseinandersetzung mit Erkrankungen viel mehr tue, dass ich mir bewusst mache was lief gut?

00:43:21: Was habe ich gut gemacht kleine Erfolge zu feiern dankbar zu sein für gewisse Dinge Also dass man auch sagen kann gestern war ein schöner Tag Zwei Stunden Gartenarbeit gemacht, aber Büro lief auch gut.

00:43:35: Dann sitz ich auf der Terrasse abends und sag schön so Und na also das hätte man früher vielleicht so nicht getan.

00:43:43: und da sind schon Dinge die helfen glaube ich

00:43:45: Ja auf jeden Fall und ich glaube aber die andere Seite der Medaille ist sozusagen Das was sich auch lernen musste ist es halt auch negative Gefühle zuzulassen Sondern dass es auch okay ist und hilft Dass man sich auch ganz gezielt dann mal eben einen Zeitraum nimmt und sagt so Vielleicht klappt es nicht so, ich weine jetzt eine viertel Stunde.

00:44:06: Es ist vollkommen okay, dass es mir schlecht geht.

00:44:09: Das ist nichts Schlimmes.

00:44:11: Ich muss die ganze Zeit denken, damals war's toll und das ist so toll.

00:44:16: Sondern es gehört auch dazu und ist auch völlig okay... ...dass es einem schlecht geht!

00:44:22: Und dann ist aber nur das Entscheidende, dass man da wieder rausfindet.

00:44:26: In der Klinik gab es wirklich einen Therapieteil Dass du irgendwie ne Viertelstunde, das war da mehr aufs Krübeln bezogen.

00:44:32: Dass du dich jetzt stolz dich an einen Tag in einem Ort setzen und eine halbe Stunde oder ne Vierdeltestunde manchmal lang krübeln.

00:44:39: Weil dass ja auch so Teil davon ist, dass du den ganzen Tag nur im Krüben bist und denkst, was es dann und wie und wo?

00:44:44: Und dass du dann sagst, ähm... Du setzt dich jetzt eine halbes Stunde hin, denkst das einmal durch Und dann ist es aber auch vorbei.

00:44:52: Das finde ich auch bei sowas wie weinen, das ist auch sehr hilfreich wenn du das einfach mal zulässt oder auch irgendwie sogar forciest mit traurigen Gedanken oder Musik oder was auch immer.

00:45:03: und das finde ich hat auch etwas sehr heilsames weil das glaube ich bei mir am Anfang auch immer so nach dem Motto war dass sich richtig gezählt auch so.

00:45:12: oh nein jetzt habe ich heute schon wieder geweint und gestern war es doch hab ich nicht geweint jetzt wirds wieder schlechter eben auch dieses negative zulässt aber sich nicht so komplett davon überrennen lässt, dass weder verurteilt.

00:45:27: Also es ist einfach normal das kommt jetzt oder auch wenn's jetzt mal einen Tag schlecht geht.

00:45:32: okay heute ist ein schlechter tag heute habe ich schlecht geschlafen vielleicht schlafe ich jetzt nächste nacht wieder besser so eine gelassenheit

00:45:41: Und die hat bestimmt, also das dauert da hinzukommen.

00:45:44: Das glaube ich ist definitiv so und genau deswegen ist es wichtig was du sagst dass es sozusagen den Bereich auch geben darf mit negativen Gedanken und auch mal mit einfach nur einem schlechten Tag haben.

00:45:55: Also das ist absolut zulässig und sollte es auch sein weil...und da sind wir aber auch schon wieder bei der Bewertung die wir sozusagen von außen haben.

00:46:08: Jetzt hat der da einfach geweint.

00:46:09: und warum weint er jetzt so viel, ne?

00:46:12: Und dann kommen wir wieder dahin.

00:46:13: Indiana kennt keinen Schmerz, ne Sebastian?

00:46:15: Zwei ja alles nicht so schlimm bis den gefallen als kleiner Bub.

00:46:18: Und Anna hat mal gesagt, so schlimm ist es nicht!

00:46:20: Also das sind ja Konvisionierungen, die... Das Muster, die wir erlernt haben dass wir stark zu sein haben und dass das ja alles nichts so schlimm isst.

00:46:30: und stehst auf Ja wie hieß es früher immer Krönchenrücken?

00:46:34: Ne, wie heißt das?

00:46:35: Krone-Rücken

00:46:36: Krone richten, weitermachen so ungefähr.

00:46:41: Und wo ich dann immer denke ja einerseits ist das richtig andereseits habe ich ganz oft schon diese Gespräche geführt wo mir dann Freundinnen erzählt haben Ja manchmal mache ich mehr extra diesen Film an.

00:46:53: also bei mir ist zum Beispiel Legenden der Leidenschaft Kann ich einfach mal schön zwei Stunden durchflennen.

00:47:00: Weil ich es mir dann irgendwie doch im Alltag nicht immer so erlaube, merkt man dann plötzlich wieder da so Türen geöffnet werden und das wie du gerade gesagt hast sehr heilsam sein kann.

00:47:09: Und dass aber sozusagen sich alles selbst einzugestehen, dass es diesen Teil in mir eben auch gibt ist glaube ich das wo ganz viele noch ihre... ihre Probleme haben, weil sie etwas anderes gelernt haben.

00:47:22: Weil die Bewertung von außen eine andere ist und natürlich auch dieses was dich und mich ja auch betrifft eigentlich alles ziemlich gut.

00:47:30: Wir haben einen Job, wir haben eine Familie und es geht ein.

00:47:33: Genau

00:47:33: so ein schlechtes Gewissen auch dabei.

00:47:37: Was erlaube ich mir jetzt über den Weltschmerz?

00:47:43: Das hat mein Vater schon mal gesagt, da war ich in der Pubertät mit irgendwie Liebeskummer... wenn ich jetzt daran denke, ich sitze hier mit Liebeskummer und in China verhungern die Menschen.

00:47:56: Also solche Einordnungen hat er gesagt.

00:47:58: es darf aber in deinem Leben gerade sich scheiße anfühlen!

00:48:03: Weil wenn wir damit anfangen dass wir alles relativieren dann gibt's natürlich auf der Welt Millionen Menschen.

00:48:09: den ist sehr sehr sehr und nochmal viel schlechter geht als mir Und die Einordnung hilft uns, glaube ich nicht.

00:48:18: Einen Bewusstsein dafür immer mal wieder zu haben wie gut es einem im Grunde geht ist gut.

00:48:23: aber und das kommt wieder zum Ausgangspunkt ist in einer Depression nicht das wie man funktioniert.

00:48:32: Ja genau also da merke ich auch immer diese Bewertungen sind was ganz entscheidendes.

00:48:38: Das finde ich wirklich krankhaft in der Depression dass du einfach So komisch bewährt ist, dass du so Sachen genau als so dramatisch einschätzt.

00:48:48: Wie wieder dieses Beispiel mit dem Schlafen?

00:48:50: Sondern es ist nicht so schlimm wenn du jetzt nicht schläfst und auch dieses... Wovon man also?

00:48:55: das habe ich jetzt so war es bei mir und das hab ich aber auch danach gelesen, dass das wirklich zuteil der Krankheit ist.

00:49:00: Du bist einfach wirklich davon überzeugt zu hundert Prozent überzeugt, es wird niemals wieder besser werden.

00:49:07: Also bist dir da sowas von sicher?

00:49:08: Obwohl du weißt ist stimmt nicht, ne?

00:49:10: Selbst ich hab ja dann noch eine zweite Episode, aber habe ich sie auch schon einmal durchgemacht.

00:49:13: das wurde ja dann auch wieder besser und es ist Teil der Erkrankung dass wir diesen Episoden auftreten, dass diese Episoden wieder abbringen.

00:49:19: Aber du bist so überzeugt davon, dass es das nicht mehr besser wird.

00:49:23: Das ist halt schon krass!

00:49:25: Und das finde ich ist dann auch ein guter Hinweis.

00:49:29: sozusagen wenn man sich selbst prüft oder wenn Bin ich nur schlecht drauf, hatte schon eine schlechte Nacht oder bin jetzt wieder krank?

00:49:38: Wenn ich merke diese Bewertung werden so negativ.

00:49:43: Dann wird es irgendwie problematisch und wenn du nachts da legst kannst nicht schlafen kriegst dann so Panik.

00:49:48: deswegen anstatt einfach dann stehst halt mal kurz auf und die ist halt nochmal was oder bis Ende Morgen müde bist.

00:49:53: Und das ist ja schon auch etwas was man ein bisschen beeinflussen kann zum Beispiel mit solchen Sachen.

00:49:57: aber Deswegen dieses Bewerten, auch wirst du vorhin mit dem Titus gesagt haben.

00:50:02: Du kannst sagen, Käse piept jetzt ein bisschen in meinem Ohr, was soll's?

00:50:05: Dann hör ich halt jetzt Musik und ... wird vielleicht wieder weggehen oder nicht.

00:50:10: Oder du steigerst dich da halt so krass rein, dass das jetzt irgendwie total total gestopft ist.

00:50:16: Und das finde ich ... Das hab' ich auch so ein bisschen als das Krankheitsmäßige an den ganzen eingeordnet diese Bewertungen die auf einmal so komisch sind.

00:50:27: Versteh' ich!

00:50:27: Das verstehe ich sehr gut.

00:50:29: Ich kenne es aus verschiedenen Erzählungen, dass die Menschen sich dann anfangen mit so ganz einfachen Dingen grötzlich, die eigentlich nach außen gar nicht als was Dramatisches eingestuft würden, sich daran so aufhängen wie du sagst also so reinsteigern und... Also ich kann das aus meiner Situation mit meinen Krankheitsschüben auch so sagen, dass man ja dann auch in einer komischen Phase ist.

00:50:54: Also ich hatte jetzt vor zwei Wochen mal wieder einen heftigen Migräne-Anfall, den ich schon seit meiner Jugend weiß.

00:51:00: Ich hab damit umzugehen und habe ganz gutes Skills gefunden dafür.

00:51:03: Und das ist auch nicht mehr so schlimm wie früher.

00:51:07: Früher musste mich dann immer noch übergeben.

00:51:09: Dann ging es über zwei bis drei Tage.

00:51:10: Mittlerweile ist es halt Sehstörung, Sprechstörung, Pfehe.

00:51:14: Über ein paar Stunden schläfst du weg und am nächsten Tag hast du halt immer noch so'n Bromschedel.

00:51:19: Solltest da nicht so aktiv sein?

00:51:21: Weil jede Bewegung eigentlich unangenehm ist im Kopf!

00:51:23: Aber und ich merke dann so, dass es aber dann in dieser Situation sind wir dann letzte Woche irgendwie noch mit dem Zug gefahren nach Wien.

00:51:32: Und ich saß da damit migräne Maske im Zug und dachte auch jetzt bin ich eine von diesen ganz ekligen Frauen die ihre Kopfschmerzen nach außen tragen und habe mich fast schon wieder geschämt.

00:51:43: Auch wieder natürlich.

00:51:44: die Bewertung von außen war mir dann auch wieder ein Thema.

00:51:47: Und dann fängst du aber natürlich an, auf sofort alles andere zu untersuchen.

00:51:50: Okay ist jetzt auch ein Räumarschung.

00:51:53: im Anzug muss ich mir Gedanken darüber machen.

00:51:56: jedes Geräusch jede körperliche Bewegung überall spürst du so rein und das ist natürlich genau das Reinsteigern von dem Du sprichst was ich in vielen dieser Schubphasen im Winter habe dass ich denke oh Gott!

00:52:07: Jetzt hab' ich gestern Abend da gefroren der geht's bestimmt jetzt morgen los.

00:52:10: und manchmal wäre es so schön wenn man einfach diesen Abstand hätte und einfach einen Schritt zurück treten könnte und sagen könnte, okay du hast gestern gefroren.

00:52:19: Nein es heißt nicht automatisch dass es morgen losgeht aber man ist die ganze Zeit so in Panik und Angst und schon wie in so einer Vorbereitung.

00:52:30: jetzt kommt's bestimmt!

00:52:31: Und manchmal kommt's ja dann auch.

00:52:33: und manchmal denke ich dann habe ich das jetzt hoch beschworen, hab' ich's gejingst, ne?

00:52:37: So...und da fehlt halt die Gelassenheit von der Du gesprochen hast.

00:52:43: Verständlich, dass die dann nicht immer da sein kann.

00:52:46: Also wenn man solche Erfahrungen eben schon gemacht hat ist es auch sehr schwer da loszulassen.

00:52:50: Immer wieder macht sich mal locker Sebastian.

00:52:53: Super toller Ratschlag Helene!

00:52:55: Ja aber darauf läuft sie

00:52:58: hinaus.

00:53:00: Hast du denn tatsächlich einen Ratschlag für jemanden der also gerade für Menschen die andere mit Depression begleiten?

00:53:08: Weil ich glaube jetzt irgendwelchen anderen in ihrer depressiven Episode irgendwelche Ratschläge zu geben, wollen wir irgendwie vermeiden.

00:53:15: Aber gibt es denn irgendwas was du den Menschen mitgeben kannst die Angehörige sind?

00:53:22: Das finde ich ganz schwierig.

00:53:23: also da kann ich mich tatsächlich dann eher noch in die Betroffene reinversetzen und da habe ich ja wirklich... Also das ist halt wirklich der Glaube daran dass es besser wird.

00:53:34: Selbst wenn man nicht daran glauben kann.

00:53:36: aber dieses Wissen, dass man sich das einfach immer wieder bewusst macht und das man dann eben auch zulässt dass man jetzt in dieser Zeit, wo es einem so schlecht geht einfach möglichst viel macht was einem tut.

00:53:50: Ich finde das ist auch ein bisschen etwas... Das versucht die Krankheit so ein bisschen zu verhindern.

00:53:54: ich hatte immer das Gefühl ich darf nichts machen was mich ablenkt also von diesen grübeln oder von diesem... Ich muss nicht darum kümmern, dass mir besser geht.

00:54:02: ich darf jetzt nicht einfach mal einen Podcast hören wo ich mal eine Stunde mit dem Podcast zuhöre und dass man aber Und dann, ich weiß gar nicht, ob mir das in Therapeuten irgendwann gesagt hat oder ob sich mir das selbst gedacht habe.

00:54:14: Das andere ist eigentlich die Ablenkung sozusagen, dieses Krübeln und dieses Leiden mit sich selbst kämpfen.

00:54:21: Das ist die Ablenkung von dem eigentlichen Leben.

00:54:24: Ich fand es auch sehr hilge, weil ich dann einfach spazen war.

00:54:26: Deswegen kann ich auch ganz genau sagen, ob ich jetzt wegen der Medikamente so viel zugenommen hab.

00:54:30: Weil ich zum Beispiel über jeden Tag da aus der Klinik, da war das Voxcafés ja näher... Da bin ich immer hingegangen, war schon ein Riesenstück Kuchen gegessen.

00:54:36: Als ich mir jetzt in einem normalen Alltag nicht erlauben würde.

00:54:39: Aber ich hätte mir gedacht so ist es auch scheißegal.

00:54:41: Es ist einfach jeden Tag dieses geile Stück Kuchen.

00:54:43: Dann habe ich mal kurz zehn Minuten erfreue ich mich daran und dass man einfach solche Sachen macht und einfach versucht alles zu finden was einem auch nur ein bisschen hilft selbst wenn das jetzt nicht an die Ursachen der Krankheit geht, die vielleicht eh nicht zur Gründen sind sondern eine Krankheit muss da irgendwie durchkommen.

00:55:02: Da sollte man sich natürlich ernsthaft damit auseinandersetzen, aber auch nicht rund um die Uhr sondern einfach schauen was ein gut tut und bisschen versuchen abzuschalten.

00:55:12: Im Hintergrund trotzdem versuchen sich zu bewusstzumachen es wird irgendwann besser werden weil das ist immer so.

00:55:18: Ja

00:55:18: ja das glaube ich ein guter... Das ist ein zulässiger Ratschlag finde ich.

00:55:23: also Kuchen essen Mietheim schaffen

00:55:26: keine härteren Drogen als Kuchen.

00:55:28: vielleicht Kuchen statt Tabor das ist dann eine gute Überschrift.

00:55:33: Das ist der nächste Artikel, Kuchenstadt-Tavo.

00:55:35: Ja also ich sagte es ja auch immer, es gibt so einen Blöden Spruch aus einer Arztserie.

00:55:42: das ist ein Spinoff von Grace Anatomy.

00:55:44: Private Practice heißt ja und das war gar nicht mal so gut aber Ich habe das damals sehr gerne geguckt in Phasen mit Schmerzen usw.

00:55:53: Und wenn man dann sowas zum freundlichen Benchwatching braucht und da gibt es eine Ärztin die hat eigentlich so bisschen Haare auf den Zähnen Heute würde darf man es nicht mehr sagen, zickige Chefärztin.

00:56:05: Und die sagt ihrem Freund der auch Arzt ist und er hat einen komischen Fall und ist auch da emotional mit involviert und dann sagt sie irgendwann zu ihm, hilf ihn zu verstehen was Sie brauchen und nicht das zu bekommen, was Sie wollen?

00:56:20: Das ist irgendwie etwas, was ich für diese ganze Kommunikation ... Kannst

00:56:24: noch mal

00:56:25: sein!

00:56:25: Hilf ihnen zu verstehen, was sie brauchen.

00:56:30: So, und ich finde das ganz gut so als Leitsatz auch für diese Gesundheitskommunikationen die ich jetzt tue.

00:56:38: Wir wissen ganz viele Dinge schon mal in unserem Leben wie wir nicht wollen.

00:56:40: Das ist schon einmal eine gute Grundvoraussetzung.

00:56:42: darüber kann man schon ein Kompass entwickeln.

00:56:45: Und dann gibt es Dinge die wir dann irgendwann feststellen die wollen wir wirklich und die bedeuten uns was.

00:56:50: und dann gibt's aber trotzdem auch nochmal den Unterschied herauszufinden was man wirklich braucht Und genau das, wie du es beschrieben hast.

00:56:56: In dieser Phase hast Du den Kuchen gebraucht und heute weißt Du, dass Du ihn nicht brauchst und der für was steht.

00:57:02: Also analysiere ich jetzt so kürchenpsychologisch da rein und bei mir war das eine Zeit lang zum Beispiel auch nach jeder meiner Therapie Sitzungen immer mitwochs.

00:57:10: Ich bin zu meiner Therapeutin nach Ingelheim gefahren und danach bin ich auf der Autobahn bei Burger King rausgefahren und Pommes gegessen.

00:57:17: Und hab allein im Auto gesessen, niemand hat mit mir geredet, niemand wollte etwas von mir.

00:57:22: entweder habe ich Musik oder Podcast gehört oder irgendeine dumme Serie gebinnspotcht auf dem Handy.

00:57:27: Das war für mich die absolute Me Time und Ruhe.

00:57:32: auch da muss man sich dann nicht wundern dass man seine komischen Rollmarquilos nicht runterkriegt.

00:57:38: Ich mach das jetzt nicht mehr.

00:57:39: jede Woche habe ich mir dann irgendwann abgeschminkt sozusagen.

00:57:43: Aber das meint, gibt es für jeden Menschen auch dann wieder ganz individuell und ich glaube, dass ist das was aufwichtig ist immer.

00:57:50: Jeder hat da unterschiedliche Bedürfnisse und auch unterschiedliches Timing.

00:57:55: aber

00:57:56: zwischen was man braucht und was man will liegen auch nochmal Unterschiede.

00:57:59: Und ich sage trotzdem nicht, dass das was man willst kurzzeitig der Fehler ist.

00:58:04: er kann dich auch dahin führen rauszufinden was du brauchst.

00:58:07: Ja Sebastian jetzt haben wir Hier eine Stunde versuchten DiebDive.

00:58:11: Ich glaube, ein paar Themen haben wir angerissen und sind da ganz gut vorangekommen.

00:58:15: Ich danke dir sehr für deine Offenheit und wie du das hier für uns sehr anschaulich und gut zugänglich für uns formuliert hast.

00:58:22: Vielen Dank dafür auch dass du das sowieso öffentlich getan hast.

00:58:25: Ich empfehle auch nochmal diesen Artikel zu lesen.

00:58:28: der bringt noch mal ne neue Perspektive glaub ich auf dieses ganze Kapitel deswegen.

00:58:33: Ich bedanke mich sehr, dass du bei mir warst!

00:58:37: Das

00:58:39: war die heutige Folge von Chronisch Gut, dem Podcast über chronische Krankheiten.

00:58:45: Alle weiteren Infos findet ihr in den Shownotes oder online zum Beispiel auf Instagram oder unserer Info-Website.

00:58:52: Bis zum nächsten Mal!

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